Strafprozessuale Beweisführung "nach Aktenlage"?

Verteidigung der Grenzen einer sachgemäßen Erhebung von Sachbeweisen

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Seminarbeschreibung:

In der Praxis des Strafverfahrens steht der Sachbeweis, gestützt auf Dokumente (als Urkundenbeweis) oder sinnliche Wahrnehmung (als Augenscheinsbeweis), auf der einen Seite von seiner Bedeutung her überwiegend im Schatten des „großen Bruders", des mit Zeugen und Sachverständigen geführten Personalbeweises. Auf der anderen Seite bietet der Sachbeweis gewisse Vorteile: Die Beweiserhebung ist in Planung und Durchführung in der Regel weniger aufwendig und sie liefert zumeist voraussehbare Ergebnisse.

Die hohe Verfügbarkeit und die „Verlässlichkeit" von Sachbeweismitteln – insbesondere von solchen, die sich in der Strafakte befinden – können den Tatrichter im Einzelfall dazu verleiten, seine Beweisaufnahme in konkreten Punkten vorschnell auf das Verlesen oder die Inaugenscheinnahme von Aktenteilen beschränken zu wollen. Die Verteidigung sollte es erkennen und in geeigneter Weise darauf reagieren, wenn sich die richterliche Überzeugungsbildung auf einen bestimmten (noch zu erhebenden oder bereits erhobenen) Sachbeweis überhaupt nicht oder nur nachrangig oder nicht ausschließlich stützen darf.

Im Seminar sollen verfahrensrechtliche Grundlagen und typische Konstellationen des Urkunden- und Augenscheinsbeweises behandelt werden. Zugleich sollen – vor dem Hintergrund der einschlägigen Rechtsprechung, anhand von aktuellen Entscheidungen – praxisrelevante Fallgruppen der Unzulässigkeit oder Unzulänglichkeit bestimmter Sachbeweiserhebungen herausgearbeitet und diesbezügliche Verteidigungsmöglichkeiten in Hauptverhandlung und Revisionsinstanz aufgezeigt werden.

 

Themenauswahl:

  • Sachbeweiserhebung und Unmittelbarkeitsgrundsatz
  • Gesetzliche Ausnahmen vom Unmittelbarkeitsgrundsatz
  • Vernehmungsergänzung vs. Vernehmungsersetzung
  • Antragsrecht hinsichtlich der Sachbeweiserhebung
  • Chancen und Risiken des Selbstleseverfahrens
  • Einführung der (Bild-)Ton-Aufnahmen von Aussagen 
  • Zusammenfassender Bericht des Vorsitzenden 
  • Vernehmungsbehelfe und ihre Wiedergänger
  • Übertragung der Augenscheinseinnahme
  • Sachbeweiserhebung und Öffentlichkeitsgrundsatz 
  • Beanstandung, Widerspruch und Rügepräklusion 
  • Inbegriffsrüge hinsichtlich der Sachbeweisverwertung

 

Verfügbar       Wenige freie Plätze       Ausgebucht

Datum Uhrzeit Ort Referent
23.11.2018 08:30 - 17:30 Nürnberg Arno Baltes
24.11.2018 08:30 - 17:30 München Arno Baltes

Referenten:

Dauer:

7,5 Std.

Seminargebühren:

  • 289,00 €  - pro Teilnehmer
  • 219,00 €* - Junganwälte/Mehrbucher
  • inkl. Mittagessen
  • 5% Frühbucherrabatt bei Anmeldung bis 3 Monate vor dem Seminartag
  • * Ermäßigung für  RAe bis 3 Jahre nach Zulassung (bitte Nachweis) und Mehrbucher ab dem 2. Anwaltsseminar pro Kalenderjahr


 

Seminargebühren zzgl. 19% MwSt.

Bemerkungen:

  • Im Seminarpreis enthalten ist eine Teilnahmebescheinigung über
    7,5 bzw. 15 Zeitstunden nach § 15 FAO, ausführliche Arbeitsunterlagen, sowie Tagungsgetränke und 2 Kaffeepausen mit Snacks
  • Inkl. Mittagessen.
  • Begrenzte Teilnehmerzahl in allen Seminaren! Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt.