Verteidigung inhaftierter Mandanten

U-Haft & Strafvollstreckung

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Seminarinhalt:

Wird die Verteidigung eines inhaftierten Mandanten übernommen, ist es regelmäßig vorrangiges Ziel, den Freiheitsentzug so schnell wie möglich zu beenden. Denn dies dient nicht nur kurzfristig dem Freiheitswunsch des Mandanten, sondern bietet  der Verteidigung sowohl für das Erkenntnis- als auch das Vollstreckungsverfahren zusätzliche Chancen.

Im ersten Teil des Seminars werden deswegen an zahlreichen Beispielen aus der obergerichtlichen Rechtsprechung die Voraussetzungen der Untersuchungshaft und die zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ausführlich in den Blick genommen und im Hinblick auf eine  erfolgreiche Verteidigungsstrategie näher beleuchtet. Eine möglichst frühzeitige Entlassung des Mandanten aus der Untersuchungshaft ist dabei auch aus dem Grund von besonderer Bedeutung, dass Nicht-Haftsachen bei vielen Gerichten nicht im selben Maße gefördert werden können wie Haftsachen und sich dies in einer gemilderten Strafe oder gar in der Anwendung der Vollstreckungslösung niederschlagen kann. Daneben tritt der nicht minder gewichtige Gesichtspunkt, dass erst eine Entlassung aus der Untersuchungshaft die Möglichkeit schafft, eine Freiheitsstrafe im offenen Vollzug antreten zu können.

Der zweite Teil der Veranstaltung, in dem das Strafvollstreckungsrecht besprochen wird, widmet sich dann schwerpunktmäßig der Frage, welche Voraussetzungen für eine Reststrafenaussetzung zum Halbstrafen- oder Zwei-Drittel-Zeitpunkt gemäß § 57 StGB bestehen und wie die diesbezüglichen Erfolgsaussichten durch die Verteidigung positiv beeinflusst werden können.

 

Themenauswahl:

 

Recht der Untersuchungshaft

  • Voraussetzungen des dringenden Tatverdachts
  • Detaillierte Erörterung der Haftgründe
  • Verhältnismäßigkeitserwägungen (u.a. Verschonung, Beschleunigung)
  • Formale Anforderungen an den Haftbefehl
  • Haftprüfungen von Amts wegen (§§ 121, 122 StPO)
  • Haftprüfung (§ 117 f. StPO) und (Haft-) Beschwerde (§ 304 StPO)
  • Beschränkungen gemäß § 119 StPO
  • Akteneinsichtsrecht des inhaftierten Beschuldigten

 

Strafvollstreckungsrecht:

  • Strafaufschub und Strafunterbrechung (§§ 455 ff. StPO)
  • Reststrafenaussetzung zum 2/3-Zeitpunkt (§ 57 Abs. 1 StGB)
  • Reststrafenaussetzung zum Halbstrafen-Zeitpunkt (§ 57 Abs. 2 StGB)
  • Reststrafenaussetzung bei lebenslanger Freiheitsstrafe (§ 57a StGB)
  • Abschiebung (§ 456a StPO)
  • Zurückstellung der Vollstreckung (§§ 35, 36 BtMG)
  • Bewährungsverfahren und Führungsaufsicht
  • Beiordnung von Verteidigern im Vollstreckungsverfahren

 

Verfügbar       Wenige freie Plätze       Ausgebucht

Datum Uhrzeit Ort Referent ESF
06.11.2020 08:30 - 17:30 Köln Dr. Achim Hengstenberg ESF Förderung möglich
11.12.2020 08:30 - 17:30 Hannover Dr. Achim Hengstenberg ESF Förderung möglich

Dauer:

7,5 Std.

Seminargebühren:

  • 289,00 € (7,5 Std.) - pro Teilnehmer
  • 249,00 € (7,5 Std.) - RAe bis 3 Jahre nach Zulassung (bitte Nachweis) und Mehrbucher ab dem 2. Anwaltsseminar pro Kalenderjahr
  • 5% Frühbucherrabatt bei Anmeldung bis 3 Monate vor dem Seminartag
Seminargebühren zzgl. gesetzl. MwSt.

Bemerkungen:

  • Im Seminarpreis enthalten ist eine Teilnahmebescheinigung über
    7,5 bzw. 9 Zeitstunden (Portugal) nach § 15 FAO, ausführliche Arbeitsunterlagen, sowie Tagungsgetränke und 2 Kaffeepausen mit Snacks.
  • Inkl. Mittagessen
  • Begrenzte Teilnehmerzahl in allen Seminaren! Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt.
     

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